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Literacy-Förderung im Kindergarten - Vorschulprojekt

Früher Umgang mit Bilderbüchern und Erzählkontexten fördert die Sprachkompetenz und erleichtert Kindern den Zugang zu Schriftsprache, so das Fazit verschiedener aktueller Studien. Der Begriff „Literacy-Förderung“, der so viel bedeutet wie „Förderung der Kompetenz in Lese- und Erzählkultur und im Umgang mit Schriftsprache“ ist für den Elementarbereich einer der zentralen Begriffe, wenn es um die Ermöglichung von Chancengleichheit und Teilhabe geht. Denn nur, wenn Kinder einen Zugang zu (abstrakter) Sprache und Schriftsprache erhalten, können sie an allen Bereichen der Gesellschaft teilhaben.

Vor diesem Hintergrund wurde jetzt im Kindergarten des LBZH von Sprachtherapie und Erziehern gemeinsam ein Vorschulprojekt geplant und durchgeführt, das die Beschäftigung mit Büchern und Schriftsprache zum Inhalt hatte.

Christel Romann, die als Erzieherin der „Igel-Gruppe“ Arbeit mit Bilderbüchern auch im Gruppenalltag gern und viel einsetzt, hatte die Idee, dass jedes Kind am Ende des Projekts ein eigenes Buch erstellt haben sollte: „So lernen die Kinder hautnah, aus welchen Teilen ein Buch besteht, dass z.B. Autor, Titel und ein Bild auf der Vorderseite des Umschlags zu sehen sind.“ Da der Beginn des Projekts im Herbst lag, wurde das Thema „Was macht der Igel im Winter?“ gewählt, so dass beim ersten Treffen mit den acht Vorschulkindern nach einer Gesprächsrunde über den Igel gleich der Buchumschlag gestaltet werden konnte.

Im Rahmen des Projekts fuhr die Gruppe gemeinsam zur Kibum, der großen Kinder- und Jugendbuchmesse, die jährlich in Oldenburg stattfindet. Die Kinder konnten hier ein „Lieblingsbuch“ wählen, mit dem sie sich innerhalb des Projekts weiter beschäftigten und das sie auch als „Buchtipp“ mit nach Hause nahmen, um auch die Eltern in die so wichtige Literacy-Erziehung einzubeziehen. „Die Familien sind der wichtigste Bezugspunkt in der Literacy-Erziehung. Wenn hier Freude am Umgang mit Büchern vorgelebt wird, profitieren Kinder am nachhaltigsten“, so Sprachtherapeutin Barbara Miertsch, die die Kinder zusammen mit Frau Romann begleitete.

Die Vorschularbeit endete in der Adventszeit, und so bot es sich an, noch einen Adventskalender mit einzubinden, in dem statt Schokolade 24 Pixi-Bücher versteckt waren. Jedes Kind zog ein Buch, schrieb seinen Namen hinein und die die letzte Vorschulstunde wurde zu den Geschichten der Kinder gestaltet.

Mit ihren selbst gestalteten Büchern und den Pixi-Büchern gehen die Kinder nun vor Weihnachten nach Hause und bringen so Erzählkontexte mit nach Hause, die mit den Familien fortgeführt werden können.


Barbara Miertsch, Christel Romann

 
Begrüßungskreis im Vorschulprojekt
 
Ausflug zur Kibum
 
Auf der Kibum gibt es viele spannende Geschichten
 
Die erste Bücherseite entsteht
 
Der Bücheradventskalender
 
Die stolze Vorschulgruppe mit ihren Büchern
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